Trauer um Brigitte Ubbelohde-Doering

Brigitte Ubbelohde-Doering bei der jüngsten Ausstellungseröffnung im Januar 2019. (Foto: Michael Agricola)
Brigitte Ubbelohde-Doering bei der jüngsten Ausstellungseröffnung im Januar 2019. (Foto: Michael Agricola)

Die Otto-Ubbelohde-Stiftung, der Arbeitskreis und alle, die sie kannten, trauern um Brigitte Ubbelohde-Doering, die am 18. April nach kurzer, schwerer Krankheit im Marburger St. Elisabeth-Hospiz gestorben ist. Sie wurde 89 Jahre alt.

 

Brigitte Ubbelohde-Doering wurde 1929 geboren als Tochter des Ethnologen Professor Heinrich Ubbelohde-Doering und seiner Frau Else geb. Hettner. Das Ehepaar Ubbelohde hatte Heinrich Doering adoptiert, da die Ehe kinderlos geblieben war und sie den Namen Ubbelohde fortgeführt sehen wollten. Brigitte hatte einen Bruder, Reinhard. Die Familie lebte zunächst im Ubbelohde-Haus in Gossfelden, bis sie 1932 nach München zog. Die Kinder waren aber oft bei ihrer Großmutter Hanna in Gossfelden, da Professor Ubbelohde-Doering häufig zu Forschungszwecken nach Peru reiste, wohin ihn seine Frau begleitete. Im Ubbelohde-Haus lebte von 1932 bis 1954 auch der Maler Franz Frank mit seiner Familie. Zu den Töchtern der Familie Frank hat Brigitte Ubbelohde-Doering immer ein freundschaftliches Verhältnis gehabt.

 

 Brigitte kam in einem eher konservativen Elternhaus die Rolle einer „höheren Tochter“ zu, die sich Bildung aneignen durfte. Nach dem Abitur studierte sie Geschichte. Sie unternahm Auslandsreisen innerhalb Europas und nach Mexiko. Um wirtschaftlich unabhängig zu sein, nahm sie eine Stelle als Bibliothekarin bei der Universitätsbibliothek Marburg an. Hier blieb sie bis zur Rente.

 

Ihre Mutter Else bewohnte bis zu ihrem Tode 1991 das Ubbelohde-Haus, zeitweise zusammen mit Frau Margarethe Zinn und deren Kindern. Nach dem Tod ihrer Mutter zog Brigitte Ubbelohde-Doering in das Ubbelohde-Haus nach Gossfelden. Aufgrund eines testamentarischen Vermächtnisses ihrer Mutter gingen das Haus und die ausgedehnten Gärten zusammen mit dem Atelier und allen Bildern in eine Stiftung über, die das Anwesen seither verwaltet.

Brigitte Ubbelohde-Doering wurde Vorsitzende des Stiftungsrates. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde im Atelier 1999 das Museum eröffnet. Hier übernahm Brigitte Ubbelohde-Doering die Rolle einer Museumsaufseherin, die sie über viele Jahre inne hatte. Viele Besucher sind von ihr durch das Museum geführt worden und erinnern sich gerne an die Erzählungen aus erster Hand. Da Brigitte Ubbelohde-Doerings Gesundheit mehr und mehr nachließ, übernimmt ein Arbeitskreis freiwilliger Helfer seit einigen Jahren die Betreuung des Museums.

 

 Wir blicken mit Dankbarkeit und großem Respekt auf eine Frau, die in einem nicht so einfachen Umfeld ihren eigenen Weg suchte und fand. Die Familie und ihre Geschichte ließ sie nie ganz los. Ihren letzten Lebensabschnitt verbrachte sie wieder im Haus Ubbelohde und widmete ihre Energie dem Andenken ihres Großonkels, des Malers Otto Ubbelohde. Wir werden Brigitte Ubbelohde-Doering ein ehrendes Andenken bewahren. (Fotos unten: Barbara Seitz, Gangolf Seitz)