Neue Ausstellung ab 4. November: Ubbelohde-Schüler Albert Wigand

Bauernhof in Goßfelden mit zwei Wagen
Bauernhof in Goßfelden mit zwei Wagen

Albert Wigand, geboren 1890, war der bekannteste Malschüler Ubbelohdes.
Er stammte aus einer Apothekerfamilie in Ziegenhain. 1902 zog die Familie nach Godesberg um, als Schüler war er schon zeichnend in der Eifel und am Rhein unterwegs. 1912 begann er sein Kunststudium in Düsseldorf, das er 1913 mit der Qualifikation zum Kunstlehrer abschloss. In dieser Zeit lernte er die Ubbelohde-Schülerin Elisabeth Freiin Schenk zu Schweinsberg (1886 – 1955) kennen, die in Fronhausen lebte und mit der ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Wigand ging danach als Ubbelohde-Schüler nach Goßfelden und wohnte einige Zeit vor dem Krieg und dann wieder von 1920 bis 1923 – also über Ubbelohdes Tod hinaus – hier.

 

Im 1. Weltkrieg war Albert Wigand Sanitäter, zunächst in Breslau und Belgrad, dann  in Nordfrankreich. Dort malte und zeichnete er Bilder von Sedan und Nachbarstädten. Nach dem Krieg und einem ärztlich verordneten Kur-Aufenthalt in Graubünden kam er 1920 nach Goßfelden zurück. Er hatte weiter Verbindung zu Otto Ubbelohde, hatte sich aber künstlerisch etwas von ihm entfernt. 1923 zog er aus Goßfelden weg, lebte und studierte bis 1924 in Berlin und ging in 1925 dann nach Dresden, wo er 1926 Gertrud Zumpe heiratete. Er war dort selbständiger Künstler. Da seine Einnahmen aber nicht hoch waren, wurde er hauptberuflich Schaufensterdekorateur.

 

Soldat musste er im zweiten Weltkrieg nicht werden, er wurde zur Luftschutzwache dienstverpflichtet, war dann von 1943 bis in die 1950er Jahre hinein - immer neben seiner Kunst - Arbeiter im Gas- und Wasserwerk Dresden, ja sogar Gaslaternenanzünder. Auch wenn er nur „nebenberuflich“ Künstler war, wurde er dennoch als solcher wahrgenommen und anerkannt, insbesondere durch seine Teilnahme an der Ersten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in 1946 in Dresden. Danach wurden Werke von ihm für die „Städtische Kunstsammlung Dresden“ erworben. Insbesondere mit dem Jahr 1955 wurde er – als Rentner – künstlerisch nochmal richtig aktiv.

Zwischen 1946 und 1959 hatte er 21 kleinere Ausstellungen in der DDR, so in verschiedenen Städten in Sachsen und in Erfurt, aber auch in Marburg. Weitere Ausstellungen in den 60er und 70er Jahren u.a. in Leipzig, Dresden, Weimar, Marburg, Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Nach dem Tod seiner Ehefrau übersiedelte 1971 zu seiner Tochter Christiane Grüß nach Leipzig, wo am 17. Mai 1978 starb.